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Federn gelassen

Woran erkennt man einen modernen Selbstmordattentäter? An den umgehängten Schwänen…

Ok, der war jetzt wirklich schlecht. Aber immerhin ist die Vogelgrippe wieder eines der Themen, zu denen jeder was sagen muß, obwohl keiner wirklich Ahnung hat. Bevor ich jetzt in Panik verfalle und den Geschäftemachern Geld hinterherwerfe (vgl. spiegel.online) halte ich es lieber mit Nietzsche (“Also sprach Zarathustra”. Goldmann Verlag München 1999. 16. Aufl. S. 93):

Und nur wo Gräber sind, gibt es Auferstehung.

Schließlich darf sich ja nicht nur das Virus anpassen, sondern auch der Mensch (genetisch, technologisch, organisatorisch…). Bis es soweit ist gilt: das Lesen dieses Artikels schützt mit großer Wahrscheinlichkeit vor Vogelgrippe (nach Überweisung von 199,95€ auf mein Konto).

von DerMuffin :: 26.02.2006 @ 23:30 :: Kategorie und der ganze Rest :: Comments (0)

Das Märchen vom hilfsbereiten Fußgänger

Vor langer Zeit lebte ein Muffin hinter den sieben Bergen in der Stadt, die an das Land grenzt, wo man immer Schnecken und Käse ißt. In einer anderen Stadt weit weg im Schwabenland wohnte der König des Muffins. Der rief eines Tages alle seine Untertanen zu sich und nannte es eine Betriebsversammlung. Weil der Weg weit war, holte der Muffin seine schöne grüne Kutsche hinter dem Haus hervor, setzte sich hinein und brach frohen Mutes auf.
   Allerdings mußte er noch eine Rast einlegen an einem Ort, der sich Büro nannte. Er wollte seine Kutsche gerne in der Nähe vom Büro abstellen, aber zu seinem Schrecken hatten viele andere Leute, Ritter und Händler und Handwerker ihre Kutschen schon in dichten Reihen um das Büro gestellt. Der Muffin fand keinen Platz und zog weite Kreise um das Büro, bis er plötzlich einen freien Platz erspähte. Doch oh Schreck – der Platz war nur frei, weil er von einem großen Drachen mit Anhänger bewacht wurde, der niemanden auf den Platz lies.
   Dem Muffin blieb keine Wahl, mutig steuerte er seine Kutsche in eine Lücke neben dem Drachen. Das beeindruckte den Drachenhüter so, daß er dem Drachen vorsichtig die Sporen gab und die Lücke so groß werden ließ, daß Muffin hindurchschlüpfen konnte. Noch während der Muffin überlegte, wie er seine Kutsche verlassen könnte, da vor der Tür immer noch der Drache wartete, geschah ein weiteres Wunder. Der besiegte Drache setzte sich schnaufend in Bewegung, wurde immer schneller und war bald am Horizont verschwunden.
   Stattdessen stand da plötzlich ein Männlein, klein und hutzelig und rief: “Herr, an Eurer Kutsche brennt nur eine Lampe!” Der Muffin verstand nicht sofort, doch der Mann wiederholte seine Worte. Da bekam es der Muffin mit der Angst, weil an seiner Kutsche schon einmal Lichter erloschen und auch elyktrische Drähte zerrissen waren. Also frug der Muffin: “Die Bremsleuchte?” Das Männlein sprach: “Links brennt es nicht.” und begann einen Lobgesang auf kleine hutzelige Männlein, die einem Kutscher sagen, wenn er nicht alle Lichter anhabe. Fluchend stieg der Muffin aus seiner Kutsche, öffnete den Ort wo man Körbe und Säcke verstaue und von wo er die Lichter erreichen und austauschen könnte.
   Er hatte schon die halbe Kutsche zerlegt, als lachend ein anderer Kutscher erschien, der auch in das Büro wollte und den der Muffin kannte. Darum erlaubte er sich zu sagen: “Lache er nicht, sondern setze er sich in die Kutsche und trete er das Pedal in der Mitte.” Der so angesprochene tat wie geheißen und siehe da, alle Bremslichter leuchteten und dem Muffin fiel ein Stein vom Herzen. Doch was hatte das Männlein gemeint? Dem Muffin kam ein schrecklicher Verdacht und er rief seinem Helfer zu: “Der Hebel in der Mitte, bewege ihn nach hinten rechts!” Hell wie eine Sonne erschien ein Licht, zu nutzen wenn die Kutsche rückwärts fährt. Der Muffin verstand und belegte das hutzelige Männlein mit garstigen Flüchen weil seine Kutsche links gar keinen Rückfahrscheinwerfer hat.

von DerMuffin :: 21.02.2006 @ 23:00 :: Kategorie mx-5 :: Comments (0)

No more Future?

In Telepolis beginnt ein Artikel mit den Worten: “Die 1980er gelten gemeinhin als Dekade des Stillstands, der Erstarrung und des “Rien ne va plus”. Ökologische Krisen, eine gescheiterte und leer drehende Revolution, das Menetekel einer atomaren Verlichtung der Erde – all das sorgt dafür, dass sich eine endzeitliche Stimmung ausbreitet.”

Spontan gefragt: ist es denn jetzt anders? Nun, ich gehöre nicht wirklich der “No Future”-Generation an und nur rein rechnerisch der “Generation Golf”. Man sollte für uns “Wendekinder” eine eigene Kategorie eröffnen. Für uns, die wir plötzlichen von den Möglichkeiten überrascht wurden bevor sie uns eine unausweichliche Entwicklung wieder wegnahm und alle Vorurteile bestätigte: der Kapitalismus ist schlecht und der Kommunismus auch keine Lösung. Zwischen diesen beiden Stühlen bleibt nur Resignation. Über zunehmende gesellschaftliche Spaltung(en). Über das Eintreten ökologischer und weltpolitischer Katastrophen, die in den 80ern nur Spekulation waren. Über eine Gesamtdynamik, gegenüber der sich der einzelne machtlos fühlt. Über bürokratische Auswüchse, die noch den letzten Spaß in der letzten privaten Nische verhindern…

Stellt euch vor, es ist Zukunft und keiner geht hin.

von DerMuffin :: 20.02.2006 @ 23:45 :: Kategorie und der ganze Rest :: Comments (0)

GIS für zuhause – Teil 3

Wow, schnell sind sie bei Map&Guide ja. Ok, ich habe mich natürlich auch noch am Support vorbei geschmuggelt und “Insider” kontaktiert. Zumindest wurde mir bestätigt, daß die Probleme bekannt seien. Eins davon wurde auch gleich behoben: öffnet sich das Tourenimportfenster nicht, kann das behoben werden, indem der Routenplaner von der Kommandozeile aus durch tcstart.exe -r gestartet wird. Beim Rest heißt es abwarten und am Ball bleiben.

von DerMuffin :: @ 20:15 :: Kategorie bit&byte :: Comments (0)
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GIS für zuhause – Teil 2

Das Problem mit der Geo-Software für den Heimanwender ist oft, daß die Hersteller sehr komische Vorstellungen davon haben, was sich der Anwender wünscht. Der im Vorgängerartikel erwähnte GPS Tourenplaner kann GPS-Touren in die Routenplanung übernehmen und nachberechnen. Leider ist überhaupt nicht einsichtig, nach welchen Kriterien dabei die Wegpunkte ausgesucht werden, die als Zwischenstationen für die Route fungieren. M.a.W.: die Route enthält schon in einfachen Fällen unzulässige Abkürzungen. Die Frage habe ich schon an den Support gestellt, mal sehen, ob ich hier demnächst über eine positive Herstellerreaktion berichten kann.

von DerMuffin :: 19.02.2006 @ 18:50 :: Kategorie bit&byte :: Comments (0)
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GIS für zuhause

Früher, ja früher – da waren die Zeiten noch besser. Jungpioniere (alternativ Pfadfinder) gingen mit Kompass und Karte auf Orientierungslauf und kamen mit etwas Glück abends rechtzeitig am Grillplatz an. Heutzutage wird die Frage “wo ist wer wann und warum” von geballter Informatikpower erschlagen. Das ganze nennt sich GIS (nein, nicht “Großer Informations-Schwachsinn” sondern “Geografisches Informationssystem”), verwaltet ganze LKW-Flotten weltweit und kostet ohne Kartendaten schon mal einen 4-stelligen Betrag pro Arbeitsplatz.

Billiger hat es da der gealterte Jungpionier. Er hat seinen Kompaß gegen einen PDA eingetauscht und Karte gegen einen PC-Routenplaner. Soweit die Theorie. Früher oder später hat er die Adressen aller Freunde im Routenplaner eingegeben, etliche Tracklogs auf dem PDA gespeichert und vielleicht noch ein paar echte Pins in der vergilbten Wandkarte stecken. Daneben gibt es natürlich noch eine DVD mit Satellitenbildern, wo man die Routen schön in 3D sehen könnte, wenn…

…ja wenn sich die verschiedenen Programme verstehen würden.

  • Die erste Hürde ist oft das mobile Gerät selbst. Die sogenannten PNAs sind oft “gelocked”, so daß man nur durch unauthorisierte Hacks zugriff auf alle gespeicherten Daten bekommt.
  • Zweite Hürde ist das babylonische Sprachgewirr innerhalb von Geosoftware. Einige Beispiele (Adressdaten etc.): Navigon benutzt einfache Textdateien, der “Große Reiseplaner” versteckt die Nutzerdaten in Access-Datenbanken, “MS Autoroute” hat sowieso ein proprietäres Dateiformat, … Einzig GoogleEarth setzt auf ein gut dokumentiertes(!) XML-Datenformat, so daß sich eigene Anwendungen recht einfach anbinden lassen. Es gibt zwar Konvertierungssoftware wie Sand am Meer, aber nach Murphy unterstützt es genau das Format nicht, welches man benötigt.

Meine aktuelle “GIS”-Konfiguration sind nun wie folgt aus:

Bezeichnung Pro Contra
Großer Reiseplaner 2005/6 niedriger Preis ohne Zusatzmodul keine Importmöglichkeiten
GPS Tourenplaner erweitert den Reiseplaner um die Verwaltung von (GPS-)Touren - läuft nur ab “Reiseplaner 2005/6″
- hoher Preis
GoogleEarth - kostenlos
- *.kml-Dateiformat gut dokumentiert
- benötigt Breitband-Internetzugang
- erst ab Version 4 auch Routenplanung
- nur wenige europäische Gebiete in höchster Auflösung
Mio 269+ komplette Europakarte auf Festplatte - hoher Preis
- Gerät “gelocked”
Denzel: “Grosser Alpenstrassenführer” DIE Alpen-Referenz für den Motorrad-/Roadsterfahrer Papierform, derzeit keine elektronische Form vorhanden
Motorrad Reisekarten Ringordner, es müssen nur die benötigten Karten mitgenommen werden - Maßstab nur 1:300.000
- nur Deutschland, Alpen und Norditalien

Soweit für heute. Derzeit schreibe ich eine kleines Programm zur Konvertierung zwischen verschiedenen Dateiformaten. Sobald es einigermaßen fertig ist, wird es hier vorgestellt.

von DerMuffin :: 18.02.2006 @ 22:45 :: Kategorie bit&byte :: Comments (0)
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Internetfreie Zone – GEZ 2007

Derzeit sind in den Medien mal wieder Berichte über die für 2007 geplante Internet-GEZ kursieren, ist es mal wieder Zeit zu rufen: “Herr, laß Hirn vom Himmel regnen!”. Daß das ganze technisch Unsinn ist, ist eh klar. Als Fernsehverweigerer sehe ich auch nicht ein, wofür die Öffentlich-rechtlichen jetzt Geld von mir bekommen sollen: das Fernsehprogramm ist es nicht, also auch nicht die Programmvorschau im Internet. Und Nachrichten lese ich i.d.R. bei Heise und Spiegel. Leider befürchte ich, daß das GEZ-Vorhaben nicht mehr überarbeitet wird oder höchstens Gewerbetreibende ausgenommen werden. Darum habe ich mal etwas gerechnet:

   Fernseh- & PC-Gebühr = 17,03 Euro
   Radiogebühr = 5,52 Euro
   Differenz = 11,51 Euro

   12 Monate x 11,51 Euro = 138,12 Euro Zusatzkosten im Jahr für null Gegenleistung

Die Gegenrechnung:

   Volumentarif = 6,99 Euro
   DSL-Grundgebühr = 19,99 Euro
   Summe = 26,98 Euro
   12 Monate x 26,98 Euro = 323,76 Euro Ersparnis bei Abmeldung des Internetanschlußes

Und im schlimmsten Fall gibt es natürlich Plan B:

   Festnetzanschluß abmelden = 15,66 Euro/Monat
   Autoradio verkaufen und abmelden = 5,52 Euro/Monat

Für 461,88 bzw. 716,04 Euro kann ich im Internetcafé ‘ne Menge Emails schreiben und im Lieblingscafé bei der Lieblingsexkollegin die Nachrichten in der Zeitung lesen. Da ich es bereits jetzt nicht schaffe, Emails täglich zu beantworten, wird wohl auch keiner von den Emailfreunden den Unterschied merken.

P.S.: Sollte die entsprechenden Formulierungen des Rundfunkstaatsvertrag bis 01.01.2007 doch noch so überarbeitet werden, daß mein privater PC/Internetanschluß dauerhaft gebührenfrei bleibt, spende ich den oben berechneten Betrag von 138,12 Euro einer gemeinnützigen Einrichtung.

von DerMuffin :: 09.02.2006 @ 23:30 :: Kategorie bit&byte :: Comments (2)

Islam, Mohammed und die Bilder

Derzeit toben ja allerorten aufgeregte Diskussionen aufgrund der Karikaturen in der “Jyllands-Posten” und der resultierenden Drohungen gegen die Zeitung, Dänemark, Europa und was weiß ich noch wen. In diesem Zusammenhang ist mir mal wieder die Aussage “Nach deren Glauben ist ja schon die bloße Abbildung von Mohammed verboten…” untergekommen. Wenn ich das lese, geht mir immer die Hutschnur hoch.

Verboten ist die Abbildung Gottes…

Zitat (http://de.wikipedia.org/wiki/Bilderverbot):

Das Bilderverbot ist eine religiöse Vorschrift, die eine bildliche Darstellung von Göttern und “Götzen“ verbietet. Es soll der Bilderverehrung entgegenwirken.

Zu den Zehn Geboten der Bibel gehört das Gebot: “Du sollst Dir kein Bildnis machen”, das je nach Übersetzung verschieden umfangreich ausfällt. Im Judentum, Islam, großen Teilen der protestantischen Kirchen, in der Assyrischen Kirche und in früheren Zeiten auch der orthodoxen Kirche wurde das Bilderverbot im engeren Sinne ausgelegt, lediglich kalligraphische Schriftzüge und Pflanzenornamentik sind im Islam verbreitet. Bis auf sehr wenige Ausnahmen finden sich in Synagogen und Moscheen nicht nur keine Darstellungen Gottes, sondern auch von Religionsstiftern, Menschen oder Tieren.

Also: auch die Christen haben das Bilderverbot, aber (wie SIW Kishon sehr spitz schrieb) wurde es auf Drängen der Maler- und Bildhauerlobby gekippt.

Weiter: Mohammed ist so sehr göttlich wie Moses. Er ist ein Prophet (http://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed). Der Chef ist und bleibt Gott/Allah/der Eine/Jehova/Jahwe… (Wehe es kommt jetzt wer mit “Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen”… Ich habe als Atheist keinen solchen Vertrag unterzeichnet).

Übrigens steht unter http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote#Islam sogar:

Ein explizites Bilderverbot gibt es nicht. Es wird aus dem häufig wiederholten Verbot der Bilderverehrung abgeleitet.

Letztens: mir erschließt sich nicht, was an den “Karikaturen” eigentlich lustig sein soll.

von DerMuffin :: 03.02.2006 @ 00:45 :: Kategorie und der ganze Rest :: Comments (0)