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Unter Strom

Zuerst einmal: ich bin befangen. Seit vier Jahren arbeite ich in der Energiewirtschaft. Ich lebe von Ihrem Stromverbrauch, kann also keine völlig neutrale Haltung zu dem Artikel haben, den “Die Zeit” in Ausgabe 30/2006 auf Seite 17 veröffentlicht. Der Autor beklagt (natürlich zu Recht) die hohen Strompreise und findet die Ursachen in der Politik. Die habe sich, kurz gesagt, den Atomausstieg mit Zugeständnissen bei der Deregulierung des Strommarktes erkauft und die Emmissionszertifikate einfach verschenkt. Mal ehrlich: daß die Stromkonzerne daraus Vorteil gezogen haben, ist höchstens unmoralisch, rational aber absolut nachvollziehbar. Oder würden Sie auf eine geschenkte Gehaltserhöhung verzichten, nur weil es unmoralisch wäre, mehr zu verdienen als Ihr Nachbar?

Der kontinuierliche Anstieg der Strompreise sollte auch niemanden wundern. Zwar könnte die Bundesnetzagentur die Senkung der Netzentgelte erzwingen, aber niemand kann ausschließen, daß unsere Stromnetze dann auf amerikanisches Niveau sinken. Oder statt wie heute den Strom durch die Netzentgelte zu subventionieren werden die Netze dann über den Energiepreis finanziert. Damit wäre der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben. Außerdem braucht man sich nur das Benzin anschauen: Verknappung der Rohstoffe, wachsende Nachfrage und ein ständig höherer Steueranteil sorgen für steigende Preise. Genauso wird es beim Strom kommen. Und beim Gas braucht nur ein russischer Präsident Amok laufen und der Hahn ist zu.

Die sogenannte Grundlast wird hierzulande hauptsächlich aus Kohle und Uran erzeugt. Der wachsende Energiehunger der aufstrebenden asiatischen Staaten verknappt schon heute das Kohleangebot. Zukünftig werden dutzende oder hunderte neuer Atomkraftwerke in China auch das Uran verteuern. Ökostrom ist nicht wirklich preiswert, meist unzuverlässig (Sonne/Wind) und in Masse (Windfarmen, Drei-Schluchten-Staudamm) auch nicht besonders umweltverträglich. Sofern niemand eine geniale Idee hat, dürfte die Zukunft in etwa 20 Jahren ziemlich herausfordernd sein. Sagen Sie nicht, ich hätte sie nicht gewarnt… Bis dahin lassen Sie bitte mal öfter das Licht brennen, meine Urlaubskasse dankt es ihnen.

von DerMuffin :: 25.07.2006 @ 00:30 :: Kategorie und der ganze Rest :: Comments (1)

Das Leben der anderen

Heutzutage ist es ziemlich schwer, anhand von Kritiken herauszufinden, ob einem ein Kinofilm wirklich gefällt: man kann sich eigentlich fast jedes Urteil aussuchen, jenachdem, welche Kritik man liest. Dementsprechend zwiespältig waren auch die Medienreaktionen, als der Film “Das Leben der anderen” anlief. Aber da er diesen Sommer im Schauburg Open Air lief, habe ich die Neugier siegen lassen und mir den Film angesehen. Beim Anschauen sollte man bedenken, daß es dem Regisseur um die Psychologie der Stasi geht. Um die Frage, wie funktionieren die Rädchen in diesem Machtapparat. Darin ist der Film auch sehr gut. In unterschiedlicher Tiefe läßt er verschiedene Haltungen sowohl von innerhalb als auch von außerhalb der Stasi Revue passieren. Natürlich sind dabei die Charaktere genauer gezeichnet, die wichtiger für die Handlung sind. Der Film könnte tatsächlich ein Anfang sein, die DDR-Klischees (zumindest im Kino) abzuschütteln. Dazu eine Anekdote am Rande: vor dem Beginn des Filmes kam der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck zu Wort und berichtete, daß ein Fernsehsender das Projekt abgelehnt hatte mit dem Hinweis: “Machen sie daraus eine Komödie und wir nehmen es.”

von DerMuffin :: 23.07.2006 @ 02:59 :: Kategorie lesen und schreiben :: Comments (0)

Schon wieder bestanden

Aber vom Gefühl her ist es eher das Gegenteil: viel zu wenig gewußt und was ich gewußt habe bestimmt alles grauenhaft falsch. Nichtsdestoweniger: endlich der 3. Kyu im Aikido.

von DerMuffin :: 10.07.2006 @ 19:43 :: Kategorie aikido :: Comments (0)

Max, Café, Bar – Ansichten

Nur wenige Meter vom städtischen Gewimmel in Karlsruhe entfernt liegt das Max, Café, Bar malerisch im Garten und Anbau des Prinz-Max-Palais.

      

Im zweiten Weltkrieg entstanden einige Lücken in der Baussubstanz, die z.T. mit moderner Bebauung gefüllt wurden:

    

Der eigentliche Biergarten des Max liegt hinter dem Lokal im Innenhof des Palais:

                   

        

    

Das Max in der Nacht:

   

    

    

   

von DerMuffin :: 09.07.2006 @ 23:44 :: Kategorie landschaft :: Comments (2)
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Friede, Freude, WM-Wahn

Falls Sie sich über die bunten Menschen auf der Straße wundern: nein, es ist nicht Karneval sondern Fußball-WM. Selbst mir als amtlich beglaubigtem Fußballverweigerer entlockt es gelegentlich ein kleines Lächeln. Und ich muß gestehen, letztens habe ich sogar ein Spiel mitverfolgt. Natürlich heimlich und verstohlen aus der letzten Reihe, damit mich niemand erkennt. Interessant finde ich auch den hohen Frauenanteil unter den Fans auf der Straße. Wo doch vor nicht allzulanger Zeit unter Fußballfans ein Frauenbild herrschte, das sich in folgendem Bild aus meinem Fotoarchiv widerspiegelt:

von DerMuffin :: 03.07.2006 @ 01:37 :: Kategorie und der ganze Rest :: Comments (0)