Das Leben der anderen
Heutzutage ist es ziemlich schwer, anhand von Kritiken herauszufinden, ob einem ein Kinofilm wirklich gefällt: man kann sich eigentlich fast jedes Urteil aussuchen, jenachdem, welche Kritik man liest. Dementsprechend zwiespältig waren auch die Medienreaktionen, als der Film “Das Leben der anderen” anlief. Aber da er diesen Sommer im Schauburg Open Air lief, habe ich die Neugier siegen lassen und mir den Film angesehen. Beim Anschauen sollte man bedenken, daß es dem Regisseur um die Psychologie der Stasi geht. Um die Frage, wie funktionieren die Rädchen in diesem Machtapparat. Darin ist der Film auch sehr gut. In unterschiedlicher Tiefe läßt er verschiedene Haltungen sowohl von innerhalb als auch von außerhalb der Stasi Revue passieren. Natürlich sind dabei die Charaktere genauer gezeichnet, die wichtiger für die Handlung sind. Der Film könnte tatsächlich ein Anfang sein, die DDR-Klischees (zumindest im Kino) abzuschütteln. Dazu eine Anekdote am Rande: vor dem Beginn des Filmes kam der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck zu Wort und berichtete, daß ein Fernsehsender das Projekt abgelehnt hatte mit dem Hinweis: “Machen sie daraus eine Komödie und wir nehmen es.”


