Pawlowscher Reflex
Rushdie, dänische Karikaturen, deutsche Päpste… Auf beinahe jede prophetenbezogene Äußerung (egal ob intellektuell, banal oder niveaulos) reagieren fanatische Anhänger des Islam mit dem ihnen eigenen pawlowschen Reflex. Im günstigsten Fall spielen sie die beleidigte Leberwurst und verlangen Entschuldigung. Im häufigsten Fall werden Brandsätze auf Kirchen geworfen oder Schriftsteller mit demTode bedroht. Schaut man sich den Orginaltext der Papstrede allerdings einmal an, so stellt man fest, daß das bewußte Zitat nur Aufhänger sein sollte für weitere Gedanken des Papstes. Sicher hätten sich dafür auch weniger kontroverse Worte finden lassen und diese Unsensibilität muß sich der Papst schon vorwerfen lassen. Andererseits: Warum haben die Moslems nicht einfach den ersten Teil (“Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat…”) konstruktiv beantwortet und gezeigt, das sie mehr können als nur dem zweiten Teil zu entsprechen (“…daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten”)? Besser ist man schließlich nur durch Leistung und nicht indem man den anderen schlecht macht.



Ich bin mir nicht einmal sicher, ob der Papst da so unsensibel war. Immerhin ist er auch Lehrer und hat in der UNI explizit als Professor gesprochen, eine Vorlestung gehalten. Da muss man – auch wenn man im Hauptberuf Papst ist – auch kontrovers sein dürfen. Davon lebt Lehre (auch wenn man’s – so wie die Kirche mit ihren Profs umspringt – gerade bei Theologie nicht glauben mag).
Comment by Arne Trautmann — 18.09.2006 @ 12:04